January 2017

Verzahnung zwischen Lehre und Praxis – Kooperation zwischen RATISBONA und der OTH Regensburg

„Stillstand ist Rückschritt“. Mit diesem Sprichwort lässt sich die Kooperation zwischen der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg und dem Regensburger Projektentwickler RATISBONA Handelsimmobilien wohl am treffendsten beschreiben.

Ein Innovationsmarkt für die Region, den Lebensmitteleinzelhandel betreffend, sollte es sein, den die Studenten des fünften Fachsemesters am Lehrstuhl Architektur im Rahmen ihrer Semesterarbeit konzeptionell ausarbeiten sollten. Auf Seiten des Initiators dieses „Ideenwettbewerbs“, RATISBONA Handelsimmobilien, wurde ganz bewusst auf Denkverbote verzichtet, um so den Studenten die größtmögliche Freiheit hinsichtlich Kreativität und Innovation, getreu dem Motto: „Mehr Spinner braucht das Land“, zu geben. Um die Motivation der Studenten noch zusätzlich zu steigern wurde zudem, für die drei überzeugendsten Konzepte, ein Gesamtpreisgeld in Höhe von 2.500 Euro ausgelobt. Die bemerkenswerte Anzahl von 26 Studenten entschied sich dann im Oktober des vergangenen Jahres für das von Prof. Dr. Hierl betreute Thema des Innovationsmarktes.

Nach einer Ortsbesichtigung des Projektgrundstückes begannen die Studenten im ersten Schritt mit einer allgemeinen Recherche für ihre Semesterarbeit: Was bedeutet Zukunftsmarkt, bzw. Innovationsmarkt überhaupt? Danach stiegen die Studenten in ihre eigenen Entwürfe ein und erarbeiteten bis Mitte November ein erstes Grobkonzept, unter Berücksichtigung der Topografie des Grundstückes, der Analyse der umliegenden Bebauung, der Lage des Gebäudekörpers im Grundstück, der Form des Gebäudekörpers sowie der äußeren und inneren Erschließung. Hierauf folgte dann eine erste Präsentation des Arbeitsstandes der Entwurfsarbeiten, „garniert“ mit Hinweisen und Anregungen von Architektin Frau Karin Christoph, welche für RATISBONA Handelsimmobilien die Kooperation federführend begleitet sowie vom Betreuer Herrn Prof. Dr. Hierl, um sicherzustellen, dass sich die Studenten auf dem richtigen Weg befinden.

Am 10. Januar wurden nun im nächsten Schritt, in den Räumlichkeiten der OTH an der Prüfeninger Straße und im Beisein der beteiligten Parteien sowie der Presse (Verlinkung auf Presseartikel folgt beim Erscheinen), die Zwischenstände der einzelnen Arbeiten präsentiert. „Dieser Termin soll heute nochmals dazu dienen, um RATISBONA sowie den Studenten die Möglichkeit zu geben, durch gezielten Austausch und entsprechendes Feedback, die einzelnen Semesterarbeiten weiter zu optimieren“, so Prof. Dr. Hierl. Schwerpunkte der vorgestellten Arbeiten stellten insbesondere die Art der Nutzung (ob auch eine Wohnbebauung, bzw. u.a. ein Fitnessstudio oder Ärztehaus mit ins Bauvorhaben integriert werden sollte) und innovative Lösungen und Konzepte für die Beleuchtung, das Parken, die Belieferung, die Art der verbauten Materialen und die Erhöhung der Aufenthaltsqualität dar. Die eingebrachten Ideen reichten von in die Verkaufsfläche integrierten Kräutergärten oder Degustationsecken, der regionalen Aufteilung der einzelnen Bereiche, ein Wochenmarkt im Innenhof, Abholboxen an der Außenseite des Gebäudes für im Vorfeld getätigte Online-Bestellungen, kostenlosen Ladestationen für E-Autos und E-Bikes, welche Kunden und Mitarbeiter, auf den Parkplätzen des Marktes nutzen können, bis hin futuristischeren Ansätzen wie eine Minigolfanlage auf dem Dach des Marktes oder eine komplett verspiegelte Fassade. Grundtenor der Anwesenden, nach der Präsentation der einzelnen Arbeiten, war es, dass zukünftig für innovative Ideen wohl Platz von der Verkaufsfläche „geopfert“ werden jedoch auch immer das Praktische im Vordergrund stehen muss und es sich immer noch um einen Lebensmittelmarkt handelt und kein Museum daraus werden darf. Im März folgen dann die finalen Abschlusspräsentationen der Studenten sowie die Auswahl und Prämierung der besten Arbeit durch die Jury.

 

 

 

Ein weiterer Aspekt der Kooperation:

Neben den genannten neuen kreativen und innovativen Impulsen steht aber noch ein weiterer Aspekt bei der Kooperation zwischen RATISBONA und der OTH Regensburg im Vordergrund: Zukünftig soll auch bei Bachelor- und Masterarbeiten sowie bei möglichen Arbeitsplätzen für Absolventen der OTH Regensburg, partnerschaftlich zusammengearbeitet werden. „Unsere Belegschaft setzt sich bereits schon jetzt überwiegend aus Mitarbeitern der unmittelbaren Region zusammen. Dies führt zu einer hohen Identifikation mit dem Unternehmen. Daher wollen wir natürlich auch in Zukunft junge talentierte und motivierte Menschen aus der Region, Perspektiven in einem erfolgreichen und regionalen Unternehmen bieten, damit diese Menschen unserer Region erhalten bleiben. Die Kooperation mit der OTH Regensburg ist für uns einer der Bausteine, der uns dabei hilft diese Ziele zu erreichen, so Sebastian Schels, Geschäftsführer von RATISBONA. Bianca Steinbauer, Leitung Personalmanagement, sieht dies ähnlich: „Für uns als regional sehr stark verwurzeltes Familienunternehmen stellt die Kooperation mit dem Lehrstuhl Architektur der OTH Regensburg eine sehr gute Möglichkeit dar, uns bei den Studenten in der Region als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren“. 


Stimmen zur Kooperation:

Katrin Christoph (Architektin von RATISBONA):
Für mittelständige Unternehmen wie RATISBONA ist es wichtig, die Kooperation zu den ausbildenden Einrichtungen in der Region zu suchen, um am Puls der Zeit zu bleiben, frühzeitig gute Fachkräfte zu suchen und im Sinne des Unternehmens zu entwickeln. Regensburg ist geradezu prädestiniert und ein sehr innovativer Standort, der eine Vielfalt an Ausbildungsmöglichkeiten bietet und somit eine Zusammenarbeit eben z.B. mit der OTH Regensburg nahelegt. Wir erwarten uns frischen Input für die weitere Entwicklung von Einzelhandelsimmobilien und freuen uns über die zahlreiche Teilnahme an dem gestellten Thema ´Markt der Zukunft´ im Rahmen der Semesterarbeit des Faches Entwerfen der 5. Semester des Fachbereiches Architektur. Die 26 teilnehmenden Studenten/-innen haben schon zum Teil sehr ausgereifte Entwürfe mit tiefgehenden Überlegungen präsentiert und wir sind sehr gespannt auf die bis Ende Februar fertig zu stellenden Entwurfsarbeiten.

Simon Riedl (Student):
Ich habe mich für die Semesterarbeit „Innovationsmarkt“ entschieden, weil man  Supermärkte zum einen aus dem eigenen Alltag kennt, ihre Funktionsweisen versteht und man so von Anfang an zu dem Thema einen persönlichen Bezug hat. Zum anderen erkennt man, dass viele Supermärkte nach den gleichen, schon Jahre geltenden Prinzipien entworfen und betrieben werden. Das bietet für mich einen großen Anreiz, neue Konzepte zu entwickeln und alte Vorgehensweisen zu überdenken, auch wenn sich in der weiteren Ausarbeitung der Ideen teilweise herausstellt, dass einige Dinge bei bestehenden Konzepten durchaus ihre Berechtigung haben. Doch besonders das Zusammenführen von Altem und Neuem bildet wohl den größten Reiz dieser Aufgabe.

Michael Pfleger (Student):
Ich habe mich für das Thema „Innovationsmarkt“ entschieden, da dieses Thema die Möglichkeit bietet, etwas Alltägliches zu überdenken und im Zuge dessen das eigene Umfeld zu verändern. Um Konventionen neu erfinden zu können, muss man seinen Horizont erweitern und bereit sein neue Wege zu gehen.